Alles Gute, Frau Jung!

Mehr als vierzig Dienstjahre hat Karin Jung an der Hauptschule gearbeitet. Am 31. Januar haben Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Hauptschule Eichen Karin Jung in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

 

40 Dienstjahre – das ist eine lange Zeit, und so nutzte der Schulleiter die Gelegenheit, anhand einiger Zahlen 40 Jahre Arbeit an einer Schule mit „Leben“ zu füllen:

 

40 Dienstjahre, das sind auch 80 Zeugniskonferenzen, mal erfrischend kurz, mal quälend lang!

 

 

40 Dienstjahre bedeuten aber auch, dass man fast 2.000 unterschiedliche Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg begleitet hat.

 

 

Insgesamt 10.000 Zeugnisnoten mussten im Laufe der Jahre festgelegt werden und als Grundlage für die Zeugnisnoten mussten Arbeiten korrigiert werden: Wenn man mit den Fächern Englisch und Deutsch in der Schule unterwegs ist, kommen so etwa 24.000 korrigierte Hefte im Laufe der Zeit zusammen! Und wenn man dann noch alle Unterrrichtstunden addiert, so kommt die stolze Zahl von 40.000 zusammen!

Neben all diesem sollte man aber auch nicht vergessen, dass es die Tage der Erholung von der Arbeit gab: insgesamt 2.400 Ferientage hat es in den 40 Jahren natürlich auch gegeben!

 

Seit 1982 arbeitete Karin Jung an der Hauptschule Eichen, an der sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen dazu beigetragen hast, aus Schülerinnen und Schülern mit oftmals schwierigen Ausgangsbedingungen Menschen zu formen, die in dieser Gesellschaft bestehen und ihren Weg gehen können. Was man vielleicht selber manchmal als Lehrer gerade an unserer Schulform aus den Augen verliert, ist die enorm wichtige Funktion, die wir haben.

 

2 teach is 2 touch lives 4ever! Lehrer sein heißt ein Leben für immer zu berühren!

 

Wie wahr das ist! Und umso wahrer in einer Zeit, in der Lehrer immer mehr Elternergänzung oder sogar Elternersatz werden und im Schulgesetz von Nordrhein-Westfalen nebem dem Bildungsauftrag der Erziehungsauftrag ausdrücklich als gleichwertig genannt wird!

Letztlich ist es aber natürlich richtig, dass wir Leben berühren können: Wir alle können uns positiv an Lehrer unserer eigenen Schülerzeit erinnern, die unser Leben mitgeprägt haben, die uns wichtige Impulse gegeben haben, die uns unterstützt, gefördert oder gefordert haben oder die uns in anderer Weise beeindruckt haben, vielleicht sogar Vorbild geworden sind für unseren eigenen Beruf. Häufig sind dies die Lehrer, die in ihrer Art konsequent, aber gerecht und berechenbar waren. Damit können Schüler sehr sehr gut umgehen.

 

Karin Jung hat viele Leben berührt und viele – wenn nicht sogar alle – der fast 2.000 Schüler werden sich an sie als Lehrerin erinnern. Oft ist einem dies gar nicht bewusst. Ich habe auf einem Klassentreffen vor kurzem gehört, dass eine ehemalige Schülerin der ehemaligen Klassenlehrerin sagte: „Manchmal habe ich auch heute noch ihre Stimme im Ohr! Zeichne die Tabelle ordentlich …….“.

 

Was die Arbeit schwierig macht, sind diese „späten“ Rückmeldungen! Nur selten werden wir gelobt, nur selten geben Schüler oder Eltern positive Rückmeldungen. Und manchmal denkt man sich: Wärest du doch Maurer oder Dachdecker geworden - dann sähest du abends, was du tagsüber geleistet hast.

 

Wir sehen zu häufig, was wir tagsüber nicht geschafft haben - meistens jedoch zu Unrecht! Ständig versuchen wir positiv auf die Entwicklung unserer Schüler in jeglicher Richtung einzuwirken. Und sehen dabei nicht die kleinen, manchmal sehr kleinen Schritte, die sich aber summieren. Ein „Mensch, was bist du groß geworden ….!“ gibt es in unserem Beruf nicht, weil wir die Kinder Tag für Tag vor uns haben und so gehen die kleinen Veränderungen häufig unter. Die positiven Rückmeldungen kommen dann meistens erst, wenn man die Schüler irgendwo bei der Berufsausübung als Gebäudereiniger, Verkäuferin oder Schreiner wiedersieht.

 

Wir wünschen Karin Jung, dass sie noch viele positive Rückmeldungen bekommt und für den „Un“Ruhestand alles Gute, insbesondere natürlich Gesundheit und Wohlbefinden!