Nicht weghören...

... dies ist der Wunsch von Manuel Bauer an die Schülerinnen und Schüler der zwei Abschlussklassen der Hauptschule Eichen.

 

Manuel Bauer, ein Aussteiger aus der Neonazi-Szene, berichtete aus seinem Leben. Als Kind in der DDR mit den Pionieren aufgewachsen, kam er nach der Wende schnell in Kontakt mit der rechtsradikalen Szene der alten Bundesländer, die in den neuen Bundesländern eine große Anhängerschaft fand. Er zündete Döner-Buden an und mischte Hochzeitsfeiern auf. Er war der „typische“ Shinhead mit glattrasiertem Schädel und Springerstiefeln. Als Jugendlicher empfand er die Strafen für Körperverletzungen und Brandanschläge nicht als Bestrafung sondern als Auszeichnung. Seine „Kameraden“ ehrten ihn dafür. („Früher dachte ich, ich sei ein Held. Heute muss ich sagen: Ich war ein Arschloch“.) So stieg er in den verschiedenen rechtsradikalen Gruppierungen rasch auf. Erst als er nach einer Erpressung für fast drei Jahre ins Gefängnis musste und ihm „verhasste“ Ausländer in einer Schlägerei mit eigenen Leuten (Neonazis) halfen, fand er den Weg zu „EXIT“. Dies ist eine Organisation, die Aussteigern aus der rechten Szene behilflich ist.

 

Heute hat er wieder eingeschränkten Kontakt zu seiner Familie, der jahrelang nicht mehr bestand, muss aber wegen seines Ausstiegs Racheakte der rechten Szene fürchten. Aus diesem Grund wohnt er jetzt auch nicht mehr in Sachsen, sondern irgendwo in Süddeutschland.

Mit seinem Lebensbericht vor Schülern hofft er die Anziehung der Neonazis zu brechen; auch indem er sie auffordert bei Gesprächen, die rechtsradikalen Inhalt haben, nicht wegzuhören, sondern sich mit Gegenargumenten beherzt einzumischen.

 

Die anschließenden Fragen der Schülerinnen und Schüler zeigten, dass dieser Beitrag eines Aussteigers sie berührte. Wer mehr über Manuel Bauer erfahren möchte, sollte im Internet surfen oder sich mit seinem Buch auseinandersetzen (Manuel Bauer: „Unter Staatsfeinden. Mein Leben im braunen Sumpf der Neonaziszene“).