Sprachförderunterricht für Seiteneinsteiger  an der HS Eichen

bedarfsgerecht und schülerorientiert

Die Hauptschule Eichen engagiert sich stark für die Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher. Diese Schülergruppe benötigt eine spezielle individuelle Förderung.  Das gemeinsame Ziel ist es, die neuen Schülerinnen und Schüler schnellstmöglich in das Regelsystem zu integrieren und ihnen gleichzeitig die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gelingende Schulkarriere zu bieten.

 

Die Art der schulischen Eingliederung an unserer Schule hängt von vielen Faktoren ab, z.B. von deutschen Sprachkenntnissen und der bisherigen Schullaufbahn. Daher ist die sprachliche Handlungsfähigkeit die wichtigste Aufgabe des Anfangsunterrichts, um den neuen Schülerinnen und Schülern einen ihren Fähigkeiten und Interessen angemessenen Bildungszugang und eine umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

 

Seit Januar 2014 sind etwa 85 Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse im Alter von Schülern der Sekundarstufe I (Kl. 5-10)nach Kreuztal gekommen. Bis zu den Osterferien kamen zunächst alle Kinder und Jugendlichen an die Hauptschule Eichen, um dort

Sprachförderung zu erhalten,

in den Regelunterricht integriert zu werden,

beim Übergang ins Berufsleben oder dem Wechsel zu einer anderen weiterführenden Schule begleitet zu werden.



Ab April nahm der Zuzug so stark zu, dass die Kooperation mit den anderen weiterführenden Schulen der Stadt Kreuztal intensiviert werden musste. Seitdem wurden Neu-Migranten auch an die Ernst-Moritz-Arndt-Realschule, die Clara-Schumann-Gesamtschule sowie dem Städt. Gymnasium aufgenommen und wurde dort ebenfalls die Sprachförderung verstärkt.


Gemeinsam arbeiteten die Schulleitungen und Lehrkräfte der DaZ-Förderung an einem tragfähigen schulform-übergreifendem Konzept, dessen Umsetzung unmittelbar nach den Sommerferien erfolgte. 


Schulformübergreifendes Konzept

Phase I: Nach ihrem Zuzug werden die SuS intensiv durch eine Lehrkraft, die den DaZ-Unterricht mit einem Lehrerteam von ca. 4 Lehrkräften durchführt, betreut. Neben den fachlichen Aspekten kümmert sich die Lehrkraft um alle Fragen und Probleme der SuS, die sich im Schulalltag ergeben (z. B. Rundgang durch die Schule, Hinweise zum Tagesablauf, Betreuung im Ganztag, Vorstellen der Mitarbeitenden, Ausstattung mit Lehr- und Unterrichtsmaterialien).

Die Lehrkraft nimmt Kontakt mit den Eltern auf und lädt sie zu einem Gespräch in die Schule ein. Mit Unterstützung eines Dolmetschers werden der schulische Ablauf und die Fördermöglichkeiten erläutert. Ein Hausbesuch, der zum Ziel hat, mehr über die Biographie der Kinder zu erfahren und den Eltern weitere Unterstützungsangebote zu erläutern, wird vereinbart. Ggf. wird ein Übersetzer für die Elterngespräche hinzugezogen.


Phase II: Die Lehrkraft unternimmt mit den SuS Erkundungsgänge in die nähere Umgebung z.B. in die Stadtbücherei, den städtischen Jugendtreff, einen Sportverein, einen Supermarkt und die Stadtverwaltung, um die Lebenswelt zu erkunden und Orientierung im Lebensumfeld zu geben.

Die SuS lernen Grundlagen der deutschen Sprache. Das Schaffen von Sprechanlässen ist wichtig, um die Hemmungen, sich auf Deutsch zu unterhalten, abzubauen und sich möglichst schnell ins Schulleben zu integrieren.


Phase IIIa: Alphabetisierung derjenigen SchülerInnen, die bisher nicht oder mit großen Unterbrechungen schulische Bildung durchlaufen haben.


Phase IIIb: DaZ-Grundkurs: Der Erwerb der Grundlagen der deutschen Sprache steht im Vordergrund. Die Aspekte Sprechen, Hören, Schreiben und Lesen ergänzen sich gegenseitig.


Phase IV: DaZ-Erweiterungskurs und Anbindung an den Fachunterricht:

Nach und nach wird der DaZ-Unterricht auf die fachbezogenen Themen der einzelnen Fächer abgestimmt. Eine Lehrkraft begleitet die SuS in den jahrgangsbezogenen Fachunterricht. Während in einigen Fächern wie Sport, Kunst oder auch Mathematik die Einbindung in den Regelunterricht früher erfolgen kann, ist bezüglich anderer Fächer wie Deutsch ein längerer Verbleib in der Fördergruppe sinnvoll. Darüber hinaus wird der Kontakt zu einer Lerngruppe im herkunftssprachlichen Unterricht (extern) hergestellt sowie regelmäßiger Elternkontakt gehalten.



Struktur: Bildung von Vorbereitungs- und Auffangklassen


Zunächst werden die Neuzugänge in jahrgangsübergreifende Auffangklassen/-gruppen erfasst. Durch die hohe Zahl an Neuzugängen ist es erforderlich, Teilgruppen entsprechend der unterschiedlichen Lernphasen/Spracherwerbniveaus  zu bilden (Alphabetisierung, Grundlagen Alltagssprache, Hinführung zur Unterrichts-/Fachsprache). Dazu ist ein hohes Maß an Differenzierung nötig.
Erforderlich ist pro 8-10 SchülerInnen eine halbe Lehrerstelle.


Für die Sprachförderung wird ein Klassenraum zu einem Lernförderraum ausgestattet, in dem parallel mit mehreren Lehrkräften und mit mehreren Teilgruppen an den genannten, verschiedenen Lernschwerpunkten gearbeitet wird.

Da die SchülerInnen nicht alle mit voller Wochenstundenzahl in den Sprachfördergruppen unterrichtet werden können, ergeben sich individuelle Stundenpläne, die kurzfristig angepasst werden. Diese dienen einerseits dazu, den Kontakt zu einer Stammklasse und somit auch die Integration zu ermöglichen. Andererseits ist nach entsprechender Diagnostik ein längeres Verweilen in der Fördergruppe möglich.